Sonntag, 22. März 2026
Stadthalle im Quadrium Wernau | Beginn 18:00 Uhr | Saalöffnung 17:30 Uhr
Grußworte
Christiane Krieger

Bürgermeisterin der Stadt Wernau
„Ein musikalischer Gruß zum Frühling“
Liebe Konzertbesucher*innen,
liebe Wernauer*innen,
der Frühling beginnt und er darf gern mit Blech, Holz und Rhythmus starten. Am besten mit einem Orchester, das sein Handwerk versteht und mit spürbarer Freude auf der Bühne steht. Genau dafür ist das Frühjahrskonzert des Musikverein Stadtkapelle Wernau e.V. gemacht: ein Abend, der zeigt, wie vielseitig, präzise und unterhaltsam Musik sein kann.
Es freut mich sehr, dass Sie das Programm in diesem Jahr erstmals digital vor sich haben. Es gibt Ihnen schon vor dem ersten Ton einen Einblick in die Vielfalt des Konzertabends und liefert Hintergrundinformationen zu den ausgewählten Werken. Was Sie zu hören bekommen werden, ist das Ergebnis echter Gemeinschaft: viele Probenstunden, ehrenamtliches Engagement, musikalisches Können und vor allem die Freude daran, gemeinsam etwas auf die Bühne zu bringen. Genau das macht die Stadtkapelle zu einem festen und unverzichtbaren Teil unseres kulturellen Lebens.
Mein herzlicher Dank gilt allen Musiker*innen, der musikalischen Leitung sowie den Helfer*innen hinter den Kulissen. Sie sorgen nicht nur für einen gelungenen Konzertabend, sondern auch dafür, dass in unserer Stadt kulturelles Engagement lebendig bleibt und zuverlässig funktioniert.
Ich wünsche Ihnen einen abwechslungsreichen, mitreißenden Konzertabend und einen schwungvollen Start in den Frühling.
Freundliche Grüße
Christiane Krieger
Bürgermeisterin der Stadt Wernau
Karsten Kabitschke

1. Vorsitzender, Stadtkapelle Wernau
„Zwischen Tradition und Showbühne“
Liebe Gäste, liebe Musikfreunde,
im Namen des Musikvereins Stadtkapelle Wernau e.V. heiße ich Sie ganz herzlich willkommen zu unserem Frühjahrskonzert 2026.
Ein Verein lebt dann, wenn er sich weiterentwickelt – ohne seine Wurzeln zu verlieren. Unser Ziel ist es, ein breites musikalisches Spektrum auf höchstem Niveau zu präsentieren: von symphonischer Blasmusik bis hin zu modernen Klangwelten. Heute Abend erleben Sie genau diese Vielfalt. Wir verbinden die Tradition großer Komponisten mit der faszinierenden Welt des Musicals – und nehmen Sie mit auf eine musikalische Reise, die mal majestätisch, mal geheimnisvoll, mal filmreif daherkommt.
Hinter uns liegen intensive Monate voller Proben, Planung und Organisation. Dass wir heute Abend als Orchester so auf der Bühne sitzen können, verdanken wir dem unermüdlichen Einsatz unseres musikalischen Leiters und aller aktiven Musikerinnen und Musiker – und ebenso Ihnen, unserem treuen Publikum. Sie sind es, die Konzerte wie dieses möglich machen.
Ein besonderer Gruß gilt wie immer unseren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Sponsoren und fördernden Vereinsmitgliedern. Schön, dass Sie uns auch in diesem Jahr begleiten und unterstützen.
Auch unser Nachwuchs hat wieder Großartiges geleistet. Die Zusammenarbeit mit den Wernauer Schulen und unseren Jugendorchestern zeigt immer aufs Neue, wie wertvoll musikalische Förderung ist – für die Kinder selbst, aber auch für die Zukunft unseres Vereins.
Ich wünsche Ihnen ein inspirierendes, abwechslungsreiches und klangvolles Konzerterlebnis.
Ihr
Karsten Kabitschke
1. Vorsitzender Stadtkapelle Wernau
Paul Jacot

Städtischer Musikdirektor & Leitung
„Klangfarben einer neuen Jahreszeit“
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Musikfreunde,
Musik lebt von Bewegung und Vielfalt, vom Wechsel zwischen Tradition und neuen Klangwelten bzw. Klangkulturen. Genau diese Vielfalt prägt unser diesjähriges Frühjahrskonzert. Werke wie Alfred Reeds „The Hounds of Spring“ stehen für die ungestüme frische Energie des Aufbruchs, während Musicalmelodien und sinfonische Klangbilder den Blick weit über die klassische Blasmusik hinaus öffnen. Unser Programm versteht sich als Reise durch unterschiedliche musikalische Farben – mal kraftvoll, mal erzählerisch, mal voller Emotion.
Eine besondere Herausforderung, und zugleich mein Höhepunkt des Abends, ist George Gershwins „An American in Paris“. Dass ein Blasorchester sich einem so facettenreichen, ursprünglich für Sinfonieorchester komponierten Werk widmet, ist alles andere als selbstverständlich. Es verlangt nicht nur Präzision und stilistische Flexibilität, sondern auch den Mut, Grenzen zu überschreiten. Die Stadtkapelle Wernau beweist mit diesem Werk eindrucksvoll, welches künstlerische Niveau und welche Ausdruckskraft in einem modernen Blasorchester stecken können. Ein Ensemble zu haben, das Jazz-Anklänge, sinfonische Weite und rhythmische Raffinesse gleichermaßen überzeugend umsetzt, ist etwas Besonderes und erfüllt mich mit Freude und Stolz.
In den vergangenen Monaten haben die Musikerinnen und Musiker mit Hingabe an Klang, Balance und musikalischem Ausdruck gearbeitet. Der heutige Abend, der Klang der Stadtkapelle Wernau, ist das Ergebnis gemeinsamer Leidenschaft, intensiver Probenarbeit und eines starken Gemeinschaftsgeistes.
Ich danke allen Aktiven, Unterstützern und unserem treuen Publikum, das diesen musikalischen Weg begleitet. Lassen Sie sich auf die unterschiedlichen Klangfarben dieses Abends ein und genießen Sie ein Konzert, das zeigen soll, wie lebendig und vielseitig die sinfonische Blasmusik sein kann.
Ihr
Paul Jacot
Musikalischer Leiter
Das Programm
Alfred Reed: The Hounds of Spring
Ouvertüre für Blasorchester (1980)

Man muss kein Romantiker sein, um beim Hören dieser Musik den Wind zu spüren. Alfred Reed fängt hier jenen Moment im Jahr ein, wenn der Winter nicht langsam weicht, sondern verjagt wird. Die „Hunde des Frühlings“ (The Hounds of Spring) sind keine Metapher für sanftes Erwachen, sondern für eine ungestüme Jagd.
Der Titel entstammt einem Gedicht des englischen Viktorianers Algernon Charles Swinburne. Es ist die Zeit, in der, wie Swinburne schreibt, „der Frost Angst bekommt vor der Sonne“. Reed setzt dieses Naturschauspiel in Klang um: Eine explosive, rhythmische Energie in den Holzbläsern treibt das Stück voran – das ist die Jugend, das Ungestüme. Doch mittendrin hält die Musik den Atem an. Ein lyrisches Andante entfaltet sich, so intim und zart, als würde man das Wachstum der ersten Knospen in Zeitlupe beobachten.
Es ist diese Dualität, die das Werk zeitlos macht: Die rohe Kraft des Aufbruchs trifft auf die zerbrechliche Schönheit des Anfangs. Ein modernes Meisterwerk, das uns daran erinnert, dass der Frühling jedes Jahr aufs Neue eine Revolution ist.
George Gershwin: An American in Paris
Arrangement: Franco Cesarini

Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Paris der 1920er Jahre. Es ist laut, es ist hektisch, und es riecht nach Abenteuer. George Gershwin, der amerikanische Jazz-Pionier, spazierte 1928 tatsächlich durch diese Straßen – und schrieb auf, was er hörte.
An American in Paris ist keine Sinfonie im klassischen Sinne, sondern ein musikalisches Tagebuch. Man hört keine abstrakten Themen, sondern Szenen: Das geschäftige Treiben auf den Champs-Élysées, eingefangen durch nervöse Streicher (hier Klarinetten) und – als humoristischer Geniestreich – durch echte Pariser Autohupen.
Doch Gershwins Paris ist nicht nur Kulisse. Mitten im Trubel überkommt den Protagonisten die Melancholie. Ein Trompetensolo stimmt einen Blues an, der so „amerikanisch“ klingt, dass das Heimweh förmlich greifbar wird. Es ist der Moment, in dem der Tourist im Café sitzt und sich fragt, was er hier eigentlich sucht. Doch die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Das Pariser Leben, symbolisiert durch den Cancan und swingende Rhythmen, fegt den Blues hinweg. Franco Cesarini hat diese orchestrale Wucht so geschickt auf das Blasorchester übertragen, dass man fast vergisst, dass hier keine Geigen spielen – der Swing ist universell.
Jim Steinman: Tanz der Vampire
Symphonic Highlights (Arr. Wolfgang Wössner)

Vampire sind in der Kulturgeschichte meist Monster oder Verführer. Bei Jim Steinman sind sie vor allem eines: Rockstars. Als das Musical 1997 in Wien uraufgeführt wurde, verschmolz die gotische Schauerromantik Roman Polanskis mit der bombastischen Klangsprache des Arena-Rock.
Steinman, der Meister der „Power-Ballade“, wusste, dass große Gefühle großen Raum brauchen. Das zentrale Motiv des Musicals, Totale Finsternis, ist mehr als nur ein Liebeslied; es ist ein musikalischer Pakt mit der Dunkelheit. Wolfgang Wössners Bearbeitung für Blasorchester legt genau diese emotionale Wucht frei.
Wir hören keine simplen Gassenhauer, sondern ein symphonisches Drama. Die Ouvertüre baut sich auf wie ein Gewitter über den Karpaten – düster, sakral, bedrohlich. Doch dann bricht der Rhythmus durch. Steinmans Musik fordert uns auf, die Moral an der Garderobe abzugeben und sich der „unstillbaren Gier“ hinzugeben. Es ist ein Ritt durch die Nacht, der beweist, dass Blasmusik nicht immer brav sein muss. Manchmal darf sie auch bissig sein.
Programmheft zum Frühjahrskonzert 2026 | Stand: März 2026